Lexikon des Personalwesens M-P

M

Marktsegment

Zur besseren Marktbearbeitung wird der Markt in einzelne, homogene Segmente aufgeteilt. Untereinander müssen diese Teilmärkte jedoch wieder heterogen sein. Hierbei handelt es sich um Gruppen tatsächlicher oder potentieller Kunden, von denen erwartet werden kann, dass sie auf ein gegebenes Angebot in gleicher Weise reagieren. Die Marktbearbeitung kann nach der Segmentierung gezielter und differenzierter erfolgen. Streuverluste werden vermieden.  

Mehrwert

Zusatznutzen in Form von speziellen Inhalten oder besonderen Gestaltungsmaßnahmen, der den Nutzer an die Webseite binden soll. Mit dem eigentlichen Angebot muss dieser Zusatznutzen nicht unbedingt etwas zu tun haben. So können News-Ticker, Börsen- Nachrichten oder ein Wetterbericht für mehr Nutzertreue sorgen, genauso gut können auch Web-Cams, News-Letter oder besondere Downloads zum Einsatz kommen. Regelmäßig erneuerte Bildschirmschoner, Handy-Logos oder Klingeltöne tun ihr Übriges.

Mitarbeiterbindung

Mitarbeiterbindung ("Retainment") heißt, qualifizierte Mitarbeiter durch die Gestaltung von verschiedenen positiven Anreizen zu gewinnen und zu halten.

Eine entsprechende Strategie sollte folgende Elemente (ggf. als Optionen) enthalten:

  • Angemessenes, wettbewerbsfähiges Gesamtgehalt (einschließlich Fringe Benefits, Cafeteria-System)
  • Mitarbeiterbeteiligung (Aktienoptionspläne)
  • Flache Hierarchien / Handlungsspielraum (definierte Kernaufgabe nach innen/gestaltbarer Freiraum nach aussen)
  • Offene, direkte Kommunikation
  • Management-Nachwuchsprogramme
  • Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben (positive Auswirkungen u.a. auf Fluktuation, Mitarbeiterzufriedenheit) (gemäß DGFP)

Mobbing

Bezeichnet eine besondere Form der zielgerichteten Schikane oder Diskriminierung einer bestimmten Person, die oft von mehreren Kollegen gemeinsam, von Vorgesetzten oder sogar vom Arbeitgeber selbst ausgeübt wird.

Z.B. durch Tätlichkeiten, Ehrverletzungen, Demütigungen, Isolierung, unsinnige und schikanöse Arbeitsanweisungen, sachlich unbegründete Ungleichbehandlungen, Ausschluss von Informationen und Kommunikation und Kombinationen davon.

Die Folge können Fehlzeiten, gesundheitliche Beschwerden bis zu Kündigung sein.

Die rechtliche Behandlung solche Fälle ist sehr schwierig. Einerseits gilt ein grundsätzliches Schikaneverbot  des Arbeitnehmers durch Arbeitgeber, Vorgesetzte und Kollegen. Schwierig wird es aber bereits, wenn der Arbeitgeber selbst handelt, und den Arbeitnehmer versetzt, eine Änderungs- Kündigung durchführt usw.

Der betroffene Arbeitnehmer kann Abwehr- und Unterlassungsansprüchen bis zu Schmerzensgeld geltend machen. Zu berücksichtigen ist jedoch auch die Rechtsstellung des vermeintlich "Mobbenden", insbesondere sein Recht auf freie Meinungsäußerung.

Motiv

Bei einem Motiv handelt es sich um einen Mangel, der einen Menschen dazu veranlasst, Wege zu suchen, diesen Mangel zu beseitigen.

  • Primäre Motive: Hunger, Durst, Sexualität
  • Sekundäre Motive: Bedüfnis nach Macht, Einfluss oder Selbstverwirklichung

Die sekundären Motive werden auch als soziale Motive bezeichnet. Wird ein oder aber auch mehrere Bedürfnisse wirksam, spricht man von Motivation.

Motivation

Gesamtheit zugrundliegender Motive; Bereitschaft, bestimmte Ziele aktiv zu verfolgen.

O

Öffentlichkeitsarbeit

Public-Relations-Arbeit ist das Bemühen eines Unternehmens, durch vielfältige kommunikative Maßnahmen bei den relevanten Teilgruppen der Öffentlichkeit Verständnis und Vertrauen aufzubauen und zu entwickeln.

Die Oeffentlichkeitsarbeit (PR) bezeichnet die planmäßige, systematische und wirtschaftlich sinnvolle Gestaltung der Beziehung zwischen der Betriebswirtschaft und einer nach Gruppen gegliederten Öffentlichkeit (z.B. Kunden, Aktionäre, usw.) mit dem Ziel, bei diesen Öffentlichkeiten Vertrauen und Verständnis zu gewinnen bzw. auszubauen (Meffert 1986).

Ökonomisches Prinzip

Handlungsmaxime, mit gegebenem Mitteleinsatz ein möglichst gutes Ergebnis oder mit minimalem Mitteleinsatz ein fest vorgegebenes Ergebnis zu erreichen.

Outsourcing

Bestimmte betriebliche Funktionen werden ausgegliedert und ihre Erfüllung durch Fremdfirmen übernommen. Beispiel für Outsourcing ist die Lohnbuchhaltung, die über Rechenzentren abgewickelt werden kann. Auch bestimmte Produktionsschritte können fremdvergeben werden. Es ergeben sich Einspareffekte für das outsourcende Unternehmen, da die Anschaffung und Unterhaltung unrentabler Maschinen entfällt. Der Outsourcing-Partner kann eine bessere Auslastung seiner Maschinen erreichen und seine Arbeitsmittel besser einsetzen. Somit kann er günstigere Preise anbieten.

Lexikon

P

Personalakte

Unter Personalakte ist jede Sammlung von Urkunden und Vorgängen zu verstehen, die die persönlichen und dienstlichen Verhältnisse des Arbeitnehmers enthalten und in einem inneren Zusammenhang mit dem Arbeitsverhältnis stehen, und zwar unabhängig davon, an welcher Stelle die Sammlung geführt wird und welche Form (normale Akte, Kartei, Speicherung von Daten mit Hilfe der elektronischen Datenverarbeitung) sie hat.

Personenbedingte Kündigung

Ein personenbedingter Kündigungsgrund liegt vor, wenn der Arbeitnehmer im Zeitpunkt des Zugangs der Kündigung und voraussichtlich auch danach die Fähigkeit und Eignung nicht besitzt, die geschuldete Arbeitsleistung ganz oder teilweise zu erbringen. Eine personenbedingte Kündigung ist in vielen Konstellationen denkbar. Die in der betrieblichen Praxis am häufigsten auftretenden Gründe sind Erkrankungen des Arbeitnehmers und damit die krankheitsbedingte Kündigung.

Bei der personenbedingten Kündigung handelt es sich um Sachverhalte, bei denen eine betriebs- oder verhaltensbedingte Kündigung nicht möglich ist. Da das Verhältnis von Leistung (Arbeitsleistung des Arbeitnehmers) und Gegenleistung (Vergütungspflicht des Arbeitgebers) im Arbeitsverhältnis ausgewogen sein soll (Austauschcharakter des Arbeitsverhältnisses), muss der Arbeitgeber die Möglichkeit erhalten, das Arbeitsverhältnis aufzulösen, wenn der Arbeitnehmer die geschuldete Arbeitsleistung nicht erbringen kann.

Ein Verschulden des Arbeitnehmers ist dabei nicht erforderlich. Die personenbedingte Kündigung kann in aller Regel nur als ordentliche Kündigung ausgesprochen werden. Nach dem Ultima-ratio-Prinzip ist die Kündigung nur als äußerstes Mittel in Betracht zu ziehen. Eine personenbedingte Kündigung kann also nur vollzogen werden, wenn keine andere Möglichkeit zu einer anderweitigen Beschäftigung, unter Umständen auch mit schlechteren Arbeitsbedingungen besteht.

Personalmarketing

01 Hierunter versteht man, abgeleitet aus dem Produkt- und Dienstleistungsmarketing eine Denkhaltung, die den derzeitigen und künftigen Mitarbeiter als Kunden begreift und in den Mittelpunkt personalpolitischen und unternehmerischen Handelns stellt. (gemäß DGFP)

02 Sind alle Maßnahmen, die Arbeitgeber-Marke am Arbeitsmarkt nachhaltig positiv zu positionieren. In den Zielgruppen wird dadurch die Arbeitgeber-Marke attraktiviert und generiert dauerhaft einen Zustrom von interessierten, potentiellen Bewerbern (Quelle: Ernst & Young, 2003)

Personalmarketing, internes

Alle Maßnahmen, die der Erhaltung oder Steigerung der Attraktivität des Unternehmens als Arbeitsplatz für die vorhandenen Mitarbeiter dienen. Der Mitarbeiter ist (interner) Kunde. (gemäß DGFP).

Produkt

Ein materielles und/oder immaterielles Aggregat aus wahrgenommenen und mit Nutzenserwartungen verknüpften Leistungsmerkmalen.

Produkt, erweitertes

Das konkrete Kaufobjekt des substanziellen Produktbegriffs (siehe Produkt, substanzielles), ergänzt durch alle Kundendienstleistungen, die mit dem Produkt verbunden sind.

Produkt, generisches

Beinhaltet den erweiterten Produktbegriff (siehe Produkt, erweitertes), ergänzt um den psychologischen Zusatznutzen für den Käufer.

Produkt, substanzielles

Produkt, bei dem der Grundnutzen um solche Produktmerkmale erweitert wurde, die die zusätzlichen Nutzenserwartungen der Käufer befriedigen; siehe auch Zusatznutzen.