Lexikon des Personalwesens A-D

A

Arbeitszeugnis

Bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses hat der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer ein schriftliches Zeugnis auszustellen. Während des Arbeitsverhältnisses kann dem Arbeitnehmer ein Anspruch auf Erteilung eines Zwischenzeugnisses fordern, wenn er ein berechtigtes Interesse hat.

Das qualifizierte Zeugnis ist auf Verlangen des Arbeitnehmers auch über seine Führung und über seine Leistungen auszustellen. Das Zeugnis muss klar und verständlich formuliert werden.

Das Zeugnis besitzt eine zweiseitige Zielsetzung:

a) Es soll dem Arbeitnehmer als Unterlage für eine neue Bewerbung dienen. Das Zeugnis soll vom Arbeitgeber wohlwollend formuliert werden, um dem Arbeitnehmer das weitere Fortkommen des Arbeitnehmers nicht unnötig zu erschweren.

b) Das Zeugnis soll zur Unterrichtung eines potentiellen neuen Arbeitgebers dienen, der die Einstellung des Bewerbers in Erwägung zieht. Seine Belange sind gefährdet, wenn der Arbeitnehmer überbewertet wird.

Aus dem notwendigen Ausgleich der entgegengesetzten Interessen aus a) und b) ergibt sich deshalb als oberster Grundsatz der Zeugniserteilung: Das Zeugnis muss wahr sein.

Dieser Grundsatz bedingt, dass das Zeugnis alle wesentlichen Tatsachen und Bewertungen enthalten muss, welche für die Gesamtbeurteilung des Arbeitnehmers von Bedeutung sind.

Dies bedeutet auch, dass der Arbeitgeber einmalige Vorfälle oder Umstände, die für den Arbeitnehmer, seine Führung und Leistung nicht charakteristisch sind - seien sie für den Arbeitnehmer vorteilhaft oder nachteilig -, aufnehmen oder verallgemeinern darf. Derartige Umstände muss er gegenüber dem Gesamtbild abwägen.

Die zweite Zielsetzung des Zeugnisses - Unterrichtung eines Dritten - geht jedoch nur soweit, wie es das Interesse des Dritten verlangt. Der Arbeitgeber darf und muss daher wahre Tatsachen und Beurteilungen nur insoweit in das Zeugnis aufnehmen, als ein künftiger Arbeitgeber hieran ein berechtigtes und verständiges Interesse haben kann.  

Ein Zeugnis muss die Tätigkeiten, die ein Arbeitnehmer im Laufe des Arbeitsverhältnisses ausgeübt hat, so vollständig und genau beschreiben, dass sich der potentielle neue Arbeitgeber ein klares Bild machen kann.

Weil das Zeugnis als Mitteilung an Dritte bestimmt ist und wahr sein muss, darf es vor allem infolge des gewählten Ausdruckes oder der gewählten Satzstellung nicht zu Irrtümern oder Mehrdeutigkeit bei Dritten führen.

Daher kann das Zeugnis in der Regel auch nur im Zusammenhang seines gesamten Inhalts verstanden werden. Der Arbeitnehmer hat keinen Anspruch auf die Verwendung einer Schlussformel.

Aufbauorganisation

Gliederung des Unternehmens in funktionsfähige Teilbereiche sowie deren Koordination.

Außertarifliche Angestellte

Werden auch AT-Angestellte genannt. Darunter versteht man Angestellte, welche einen Aufgaben- und Verantwortungsbereich mit höheren Anforderungen als die der höchsten Vergütungsgruppe des jeweiligen Tarifvertrags haben. Weiterhin fallen unter diese Bezeichnung Arbeitnehmer, welche wegen der Andersartigkeit ihrer Tätigkeit nicht unter den fachlichen Geltungsbereich eines Tarifvertrags fallen.

B

Bewerbung

Informationswert der Bewerbungsunterlagen: Die Bewerbungsunterlagen enthalten wichtige Informationen zu den harten Kriterien, wie z.B. zur Ausbildung, Qualifikation, Alter, Familienstand usw. Alle in der Bewerbung enthaltenen Informationen sind entscheidend für den weiteren Auswahlprozess.

Die Kriterien, die Sie an Informationsgewinn und Selbstdarstellung des Bewerbers legen, sollten der Position, für die sich jemand bewirbt, Rechnung tragen.

Anhand der Bewerbungsunterlagen lassen sich Rückschlüsse auf die bisherigen Arbeitsleistungen und sonstigen Qualitäten des Bewerbers ziehen. Es ist jedoch nicht zu vermeiden, dass diese Rückschlüsse eine gewisse Fehlerquote beinhalten. Besonders schwierig ist eine Leistungsbewertung bei Absolventen durchzuführen.

Mit der Güte der Bewerbungsunterlagen dokumentiert der Bewerber, dass

  • ihm seine Bewerbung ernst und wichtig ist
  • er sich informiert hat
  • er auf die Einhaltung gewisser formaler Kriterien achtet
  • sein Arbeitsstil durch eine gewisse Ordnungsliebe gekennzeichnet ist
  • er um eine positive Selbstdarstellung bemüht ist
  • er dem Leser seiner Bewerbung Wertschätzung entgegenbringt

Bewerbungskostenerstattung

Lädt ein möglicher Arbeitgeber den Bewerber zu einem Vorstellungsgespräch ein, ist die Kostenerstattung durch den Arbeitgeber üblich.

Das Unternehmen kann den Anspruch jedoch ausschließen, wenn es den Bewerber im Vorfeld darauf hinweist, dass Kosten nicht übernommen werden, wenn der Bewerber unaufgefordert erscheint oder sich durch unzutreffende Angaben ein Termin zu einem Vorstellungsgespräch erschlichen hat.

Die Kostenhöhe ergibt sich aus:

  • Fahrtkosten (Pkw: 0,30 EUR/km üblich. Bahn: die entstandenen Kosten, Flugzeug: Flugkosten werden meist nur übernommen, wenn das Unternehmen dessen Übernahme zugesagt hat, bzw. wenn es sich um Führungspositionen handelt)
  • Übernachtungskosten: Wenn dem Bewerber die taggleiche An- und Abreise nicht möglich ist
  • Verpflegungsaufwand: Nach Beleg
  • Entstandener Zeitaufwand: Wird nicht beglichen

Betrieb

Produktive Wirtschaftseinheit, die unter Beachtung des ökonomischen Prinzips und unter Leitung des dispositiven Faktors durch planmäßige, rationale Kombination der Produktionsfaktoren über den Eigenbedarf hinaus Güter oder Dienstleistungen herstellt und vertreibt.

Businessplan

Der Businessplan ist die strukturierte und detaillierte Beschreibung einer Geschäftsidee. Neben dem Unternehmenskonzept beinhaltet er die Beschreibung der persönlichen Qualifikationen, Unternehmensdaten, Markt- und Konkurrenzanalysen sowie die Schilderung der finanziellen Zukunftsaussichten.

Beendigung eines Arbeitsverhältnisse

Das Arbeitsverhältnis kann durch

  • Kündigung,
  • Tod oder
  • Ablauf der vereinbarten Dauer (bei befristetem Arbeitsvertrag),
  • einen Aufhebungsvertrag,
  • die Anfechtung des Arbeitsvertrags
  • einen Vergleich (im Kündigungsschutzprozess vor dem Arbeitsgericht)

beendet werden.

Lexikon

C

Checkliste

Anhand von Checklisten werden Vollständigkeit und Reihenfolgen abgeprüft. Dies erleichtert systematisches, fehlerfreies Arbeiten. Auch Merkmalskatalog genannt, der eine systematische Prüfung von Planungs- bzw. Entscheidungsproblemen gestattet.

Coaching

Der Begriff Coaching stammt aus dem Leistungssport. Er bedeutet die sportliche (fachliche, aufgabenbezogene) und die menschliche (personenbezogene) Beratung und Betreuung durch den Trainer (Coach im umfassenden Sinne). Übertragen auf Nachwuchs- und Führungskräfte bedeutet Coaching eine besonders intensive Form der Förderung. Der Coach berät bei alltäglichen Arbeitsaufgaben, insbesondere aber bei Problemen im Arbeitsbereich. Er unterstützt den "Trainee" dabei, Schwierigkeiten zu überwinden, indem er gemeinsam mit ihm Lösungsmodelle und Wege erarbeitet. Ziel ist es, den Beratenen zu befähigen, die Schwierigkeiten aus eigener Kraft zu lösen (Hilfe zur Selbsthilfe und Selbstständigkeit) und seine Aufgaben effizienter zu erledigen. Coaching ist ein kontinuierlicher Beratungsprozess. Die Probleme werden an mehreren aufeinander folgenden Terminen erneut besprochen. Dadurch kann ein hoher Transfer in die Praxis erreicht werden.

Corporate Identity

Durch die Corporate Identity (CI) unterscheidet sich das Unternehmen von seinen Mitbewerbern, und zwar auf der Beziehungsebene. Der Verbraucher und Kunde soll sich mit der CI identifizieren können. So werden hier Grundsätze der Aussendarstellung festgelegt.

  • Wie stellt sich das Unternehmen nach aussen dar?
  • Wie denkt es?
  • Welche Ziele hat es?
  • Wie will es sie erreichen?
  • Setzt es sich für den Umweltschutz ein?
  • Will es besonders innovativ sein?
  • Ist es modern oder konservativ?
  • Dienstleistungsorientiert?
  • Kundenorientiert?
  • Finanziell unabhängig?

Zur CI gehört aber nicht nur die nach aussen getragene Selbstdarstellung, sondern auch die innere. Nur bei einer im ganzen Unternehmen gelebten Identität, die dann von innen nach aussen getragen werden kann, kann eine überzeugende CI entstehen, die sich letztendlich an den Verbraucher weitergeben lässt. Nur durch die konsequente Einhaltung der festgelegten Auftrittstrukturen kann ein optimaler Imagetransfer erzielt werden. Die CI äußert sich in Corporate Culture, Corporate Behaviour (einheitliches Verhalten), Corporate Communikation (einheitliche Kommunikation) und Corporate Design (einheitliches Erscheinungsbild).

Critical Incidents

Critical Incidents heißt übersetzt "Kritische Erfolgsfaktoren" und steht für "erfolgskritische Ereignisse oder Situationen". Die Critical incidents sind eine wichtige "Schnittstelle" zum Anforderungsprofil. D.h. es wird danach gefragt, welche Kenntnisse bzw. Fähigkeiten ein neuer Mitarbeiter haben muss.

Wird hierzu nur die vorhandene Stellenbeschreibung herangezogen, besteht die Gefahr, die neu zu besetzende Position aus der vergangenheitsbezogenen Perspektive zu betrachten. Häufig sind jedoch genau die kritischen (Arbeits)situationen, welche für Erfolg bzw. Misserfolg verantwortlich sind.

D

Direktionsrecht

Das Direktionsrecht wird auch Weisungsrecht genannt und beschreibt das Recht des Arbeitgebers, die im Arbeitsvertrag festgehaltene Leistungspflicht des Mitarbeiters nach Zeit, Art und Ort zu bestimmen. Das Direktionsrecht gehört zum wesentlichen Inhalt eines jeden Arbeitsverhältnisses.

Das heißt, der Arbeitnehmer ist verpflichtet, den Anordnungen des Arbeitgebers über die Einzelheiten der Arbeitsleistung, über die notwendige Ordnung und das Verhalten des Arbeitnehmers im Unternehmen, Folge zu leisten. Natürlich dürfen diese Weisungen nicht gegen Gesetze, Tarifverträge, Betriebs- Vereinbarungen verstoßen.

Dienstleistung

Handlung einer Person oder einer Sache an einem Objekt. Entscheidend ist, dass es sich bei Dienstleistungen um immaterielle Güter handelt. Wirtschaftliche Leistungen, die nicht Teil der Warenproduktion sind, z.B. Bankdienste, Versicherungsleistungen, Fremdenverkehr und Rechtsberatung.